Der Uli ist weg… - Kommentare deaktiviert
Es ist aber auch ein schwieriges Jahr für Deutschland – erst schmeisst Jürgen Klinsmann die Brocken hin, dann kündigen Delling und Netzer ihre Trennung an (oder doch nicht?) und dann hört auch noch Ulrich Wickert bei den Tagesthemen auf. Nicht auszudenken, wenn jetzt noch Horst Köhler zurücktreten würde… wie, sie wissen nicht wer das ist oder was der genau macht?
Ist auch nicht so wichtig, aber der Uli, dass der weg ist, das ist doch schon tragisch. Ich meine, das ist fast so wie damals, als Helmut Kohl als Bundeskanzler abtreten musste – und eine ganze Generation wusste doch gar nicht, dass es auch andere Leute gibt, die den Job machen können. Naja, was heisst können… darauf kam es in der Politik ja eigentlich noch nie an. Im Fernsehen eigentlich auch nicht (ich sag nur “9 live”), aber bei den Öffentlich-Rechtlichen ist das nochmal was anderes. Gut, nicht wenn’s um ne Samstagabendshow für die Vorkriegsgeneration geht (ob erster oder zweiter Weltkrieg, überlasse ich der Einschätzung meiner Leser), aber Nachrichten verbreiten darf dann eben doch nicht jeder. Und der Uli war halt irgendwie prädestiniert für Nachrichten – mit so einem Gesicht (manche sagen, er hätte das Gesicht, um Radiomoderator zu werden, aber das finde ich ziemlich hart), da merkt man gleich, es ist ernst. Ich glaube, selbst seine eigene Wahl zum Bundeskanzler hätte er seriös mit einem Zucken seiner Lippen, das ein Lächeln andeuten soll, verkünden können. Und die Betroffenheit bei den schlechten Meldungen (und nur bad news is good news) nahm man ihm irgendwie immer ab.
Jetzt geht’s also weiter für ihn mit einer Sendung über… Bücher. Irgendwie naheliegend – da kann man sich wenigstens aussuchen, worüber man liest. Nach 15 Jahren Weltnachrichten sehnt man sich vermutlich irgendwann nach einem guten Heimatroman, wo die Welt noch in Ordnung ist.

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